Allgemein, Laufen

Erster Lauf über 10 Kilometer

„Hast du Lust am Wochenende einen 10 Kilometer Lauf mitzumachen? Oder hast du Spiel?“. Nein, ich hatte natürlich kein Spiel und somit auch keinen Grund die Frage eines Freundes, ob ich den Lauf mitmache, mit nein zu beantworten. Und so sagte ich zu, einen 10 Kilometer Lauf mitzumachen. Ja, und? Werden sich jetzt einige Fragen, da ist doch nichts dabei. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich seit zwei Monaten nicht mehr gelaufen bin und ich noch nie mehr als 9 Kilometer gelaufen bin. Für mich war es dann doch eine etwas größere Sache…

Nicht nachdenken, einfach zusagen

„Wieso habe ich nicht nein gesagt?“ habe ich mich vor dem Lauf nicht nur einmal gefragt. Vielleicht weil ich einfach schlecht im nein sagen bin? Vielleicht weil ich keinen guten Grund hatte? Vielleicht aber auch, weil ich wirklich mal an meine Grenzen kommen wollte. Vielleicht, um zu schauen, ob ich das Ziel erreiche. Deshalb habe ich wohl ohne groß nachzudenken zugesagt und war für die 10 Kilometer beim „Rund um das Bayer Kreuz“ angemeldet.

Eine Horde angehender Feuerwehrmänner. Und ich.

An einem Sonntag war es dann soweit. Wie nicht anders zu erwarten war das Wetter furchtbar. Es war die ganze Zeit am nieseln, windig und kalt. Beste Voraussetzungen um untrainiert einen 10 Kilometer Lauf zu absolvieren. Los ging es aber erstaunlich lustig. Der Freund der mich gefragt hat macht eine Ausbildung zum Feuerwehrmann. Die ganze Klasse war für den Lauf angemeldet. Da einige krank wurden, sind Startplätze freigeworden und ich konnte/durfte/wollte mitlaufen. So starteten wir in einem Feuerwehrbus nach Leverkusen. Auf der Fahrt verstand ich keine der Abkürzungen und konnte natürlich nicht mitreden. Die dummen Spürche verstand ich aber und kam ausgesprochen gut gelaunt in Leverkusen an. Dort trafen wir dann auf die restlichen Feuerwehrmänner. Mehr als einmal kam die Frage auf, wieso ich mir das denn antue. Die Frage konnte ich natürlich nicht beantworten! Aber es war gut zu wissen, dass auch die anderen ein wenig Bammel hatten und sich nicht als Supersportler entpuppten.

Einziges Ziel: Nicht Letzte

Dann ging der Lauf auch schon los. Mein Kumpel hatte sich eine Zeit um die 50 Minuten vorgenommen – völlig utopisch für mich. Also lief ich mein eigenes Tempo und kam damit auch gut klar. Das Besondere des Laufs war, dass man tatsächlich Runden läuft. So konnte ich mir mein Tempo und meine Kräfte gut einteilen. Außerdem sah man immer seine Rundenzeiten. Kurz vor Beginn der vierten Runde fing es dann wirklich an zu Regnen. Da hatte ich gar keine Lust drauf und ich gab nochmal Gas. Ich hatte die ganze Zeit ein paar der Feuerwehmänner um mich rum und mein einziges Ziel war, nicht als Letzter der Gruppe ins Ziel zu kommen. Das habe ich dann auch geschafft. Für die 10 Kilometer habe ich etwas über eine Stunde gebraucht – für mich eine völlig zufriedenstellende Zeit. Untrainiert kann man das mal machen!

10 Kilometer erfolgreich absolviert

Am Ende des Laufs war ich unglaublich stolz, dass ich das Ziel erreicht habe und die Zeit auch noch passabel war. Außerdem ist es eins der besten Gefühle, sich selbst mal wieder übertroffen zu haben. Sich etwas getraut zu haben, was einem vor ein paar Monaten noch in pure Panik versetzt hätte. Den eigenen Schweinehund mal wieder bezwungen zu haben. Es gibt einfach kein besseres Gefühl! Und das ganze dann noch in einer lustigen Truppe, die alleine kaum den Weg nach Hause findet und dabei wirklich auf die Hilfe des einzigen Mädchens im Auto angewiesen ist, zu machen, ist einfach gut. Nach dem Lauf war ich wirklich durch und hatte ein paar Tage Muskelkater. Trotzdem würde ich es wieder machen. Nur um mir zu beweisen, dass ich mehr schaffe, als ich von mir denke.

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