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Volleyball vs. Beachvolleyball: Was sind die Unterschiede?

Auch wenn Volleyball und Beachvolleyball vom Grundprinzip sehr ähnlich sind, gibt es doch starke Unterschiede. Da selbst eingefleischten Hallenspielern die Unterschiede der beiden Sportarten nicht klar sind, habe ich hier die größten Unterschiede zusammengefasst.

Die Anzahl der Spieler

Ein Unterschied zwischen Volleyball und Beachvolleyball ist am offensichtlichsten: die Anzahl der Spieler. Beim Hallenvolleyball stehen sechs Spieler auf dem Feld, alle spezialisiert (hier erfährst du mehr zu den Volleyball Positionen). Im Gegensatz dazu gibt es beim Beachvolleyball nur zwei Spieler: ein Blockspieler und ein Abwehrspieler.

Die Länge des Spiels und des Feldes

Beim Hallenvolleyball werden die normalen Sätze bis 25 Punkte gespielt. Gewonnen hat, wer 25 Punkte erreicht hat und dabei zwei Punkte Vorsprung hat. Beim Beachvolleyball gehen die Sätze nur bis 21. Außerdem gibt es auch einen Unterschied in der Anzahl der zu gewinnenden Sätze: in der Halle müssen drei Sätze gewonnen werden, um ein Spiel für sich zu entscheiden, im Sand nur zwei. Keinen Unterschied gibt es beim Tie-Break: sowohl in der Halle als auch im Sand geht dieser bis 15 Punkte.
Auch die Größe des Feldes unterscheidet beide Volleyballarten. Das Feld beim Hallenvolleyball ist 9x9m lang, das Feld beim Beachvolleyball einen Meter kürzer und somit 8x8m.

Der Ball

Auch beim Ball gibt es Unterschiede zwischen Volleyball und Beachvolleyball. Der Ball beim Hallenvolleyball ist etwas kleiner und hat eine härtere Oberfläche. Beim Beachvolleyball ist der Ball etwas größer und die Oberfläche weicher. Auch wird der Ball nicht so hart aufgepumpt.

Die Sache mit dem Pritschen

In der Halle ist es so, dass du bei der ersten Berührung des Balles diesen zweimal berühren darfst. Das bedeutet, dass du den Ball unsauber pritschen darfst. Das ist beim Beachvolleyball nicht so. Hier muss der Ball immer sehr sauber gespielt werden. Da dies in der Annahme kaum möglich ist, wird hier auch nicht gepritscht. Auch beim Zuspiel wird sehr auf die saubere Ausführung geachtet. Deshalb wird der Ball auch oft länger in den Händen gehalten als beim normalen Volleyball.

Annahmemöglichkeiten

Die Unterschiede zwischen Volleyball und Beachvolleyball finden sich auch in den Annahmemöglichkeiten bzw. in den Techniken zur Abwehr eines Balles. Beim normalen Volleyball gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten:

  • Pritschen
  • Baggern

Beim Beachvolleyball fällt das Pritschen oft weg. Deshalb gibt es weitere Techniken, um Bälle anzunehmen oder abzuwehren:

  • Baggern
  • Tomahawk

Wichtig ist beim Tomahawk, dass die Hände immer geschlossen sind. Man kann den Tomahawk auf zwei Arten ausführen: entweder, man legt die Hände ineinander, sodass die Daumen überkreuzen und die Handflächen zusammengeführt werden, oder man umschließt mit einer Hand die andere und führt die Arme zusammen. Beide Arten eignen sich dafür, den Ball über dem Kopf abzuwehren oder anzunehmen.

Block und Blockberührung

Der Block zählt beim Volleyball nicht als Berührung. Das heißt, dass man nach dem Block den Ball noch drei mal spielen darf. Hier liegt ein großer Unterschied zum Beachvolleyball. Berührt ein Spieler den Ball beim Block, sind danach nur noch zwei Ballberührungen erlaubt, der Block zählt also als Berührung.

Blog beim Volleyball

Den Ball zum Gegner spielen

Beim Hallenvolleyball gibt es in der Regel zwei Arten, den Ball zum Gegner zu spielen: den normalen Angriffsschlag oder legen. Bei Notbällen wird natürlich auch oft gebaggert oder gepritscht. Beim Beachvolleyball sind „softe“ Berührungen nicht erlaubt, das heißt, legen ist nicht erlaubt. Deshalb gibt es neben dem Angriffsschlag noch die Möglichkeit, den Ball zu cutten (den Ball in einem extremen Winkel spielen, primär aus dem Handgelenk) oder zu poken. Beim Poke wird die Hand so geformt, dass die Fingerknöchel den Ball spielen werden.

Achtung: Im Normalfall darf man beim Beachvolleyball den Ball nicht über das Netz pritschen. Eine Ausnahme ist es, wenn der Ball bein Zuspiel beispielsweise durch den Wind auf die andere Seite geweht wird. Auch ist es erlaubt, wenn der Ball ohne Doppelberührung im genau gerade zur Körperachse zum Gegner gepritscht wird.

Trainer und Co.

Neben den rein spielerischen Unterschieden gibt es zwischen Volleyball und Beachvolleyball auch bei den Regeln neben dem Spielfeld Unterschiede. In der Halle steht der Trainer neben dem Feld, nimmt Auszeiten und kann aktiv in das Geschehen eingreifen. Hier liegt ein großer Unterschied zum Beachvolleyball. Auch wenn professionelle Beachvolleyballteams natürlich Trainer haben, dürfen diese nicht aktiv in ein Spiel eingreifen. Die Teamkapitäne nehmen die Auszeiten direkt beim Schiedsgericht. Während der Auszeiten sprechen die Teams miteinander, der Trainer hat keine Möglichkeit Einfluss zu nehmen.

Seitenwechsel

In der Halle gibt es Seitenwechsel nur zwischen den Sätzen und im Tie-Break. Die Gegebenheiten in der Halle sind in der Regel immer sehr ähnlich und somit die Voraussetzungen für beide Teams gleich. Das ist beim Beachvolleyball natürlich anders. Wind und Sonne können ein Spiel stark beeinflussen, weshalb es immer nach sieben gespielten Punkten zum Seitenwechsel kommt. Im Tie-Break werden die Seiten immer nach fünf gespielten Punkten gewechselt.

Das Outfit

Beim Hallenvolleyball gibt es für eine Saison ein festes Trikotset, bestehend aus Trikot und Hose. Sieht man sich Bechvolleyball an, sieht man in der Regel nie Trikots, sondern Bikinis bei den Frauen und Achselshirts bei den Herren. Dazu werden Bikinislips und Beachshorts kombiniert. Somit unterscheiden sich die beiden Sportarten durchaus auch in den Outfits.

Fazit

Wer denkt, man kann von einer Sportart einfach in die andere wechseln, irrt sich. Die Unterschiede zwischen Volleyball und Beachvolleyball sind enorm, gerade was die Technik angeht. Aber neben aller Unterschiede haben beide Sportarten doch eines gemeinsam: sie machen enorm Spaß! Und ob Beachvolleyball besser als Volleyball ist oder andersrum, diese Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen.